Die Geschichte des Memminger Theaters beginnt im späten Mittelalter
Den Aufzeichnungen der Stadtchronik zufolge wurde seit damals in der freien Reichsstadt Theater gespielt. Als Vorläuferin des heutigen Landestheaters Schwaben probte kurz nach der Jahrhundertwende die “Kraft'sche Companie” einige ihrer Stücke in Memmingen. Nach dem ersten Weltkrieg wurde die Stadt fester Abstecherort der “Bayerischen Landesbühne München”, als deren selbständiger Zweig sich ab 1937 die “Bayerische Landesbühne Sitz Memmingen” etablierte. Das Memminger Ensemble war nach dem Zweiten Weltkrieg eines der ersten Theater in Westdeutschland, das 1945 den Spielbetrieb wieder aufnehmen konnte.

Im Stadttheater, beheimatet im Zentrum von Memmingen, werden heute insgesamt sieben Neuproduktionen pro Spielzeit angeboten. Das vielfältige Programm reicht von den Klassikern bis hin zur Gegenwartsliteratur, das Theater ist inzwischen auch bekannt für seine Musiktheaterproduktionen, die das reine Schauspielensemble innovativ auf die Bühne bringt.
Der moderne und interessante Spielplan des Landestheaters Schwaben mit zahlreichen Uraufführungen, Auftragswerken und ungewöhnlichen Projekten findet dabei weit über die Grenzen des Spielgebiets hinaus Anerkennung und Zuspruch.
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Mit der Heavy-Metal-Opern Trilogie “Klytaimnestra”, "Hel" und "Lilith" schuf Walter Weyers ein neues Theatergenre und erregte damit bundesweit und bis ins Ausland Aufmerksamkeit. Immer mehr namhafte Künstler aus dem In- und Ausland interessieren sich für die Arbeit am Landestheater Schwaben, durch ihre Verpflichtung wird die Qualität des Theaters in der “bayerischen Provinz” kontinuierlich weiter erhöht.
Das Theater am Schweizerberg entstand 1990 als zweite Spielstätte und Studiobühne, die zeitgenössische Dramatik bietet und mit ihren vier Inszenierungen pro Spielzeit aus dem Theaterleben der Stadt nicht mehr wegzudenken ist.
Neben den Kinder- und Jugendtheaterstücken widmet sich das Landestheater in seinem umfangreichen theaterpädagogischen Programm und dem Theaterschulprojekt "thespis" besonders dem jungen Publikum. Mit dem "Dinnertheater", mit Stückeinführungen und Nachbesprechungen und besonders mit den "Memminger Gesprächen" bietet es darüber hinaus für alle einen Ort der Begegnung und des gemeinsamen Austauschs.
Das Ensemble des Landestheaters erfüllt seinen kulturellen Auftrag jedoch nicht nur in Memmingen: In über 40 Städten und Gemeinden ist das Landestheater mit seinen Produktionen gern gesehener Gast und trägt damit entscheidend zum kulturellen Angebot in Schwaben bei. Aber auch über die Grenzen des Einzugsgebietes hinaus wurde die Theaterarbeit des Landestheaters anerkannt und honoriert: Im Rahmen der jährlich stattfindenden “Bayerischen Theatertage” wurde das Landestheater in den letzten Jahren mehrmals preisgekrönt.
Im Jahr 2006 fanden die "Bayerischen Theatertage" zum dritten Mal in Memmingen statt und verwandelten mit einem großzügigen Rahmenprogramm die ganze Stadt in eine einzige Bühne. Das Landestheater wurde mit einem Gesamtpreis für die konzeptionelle Idee und künstlerische Umsetzung der Produktionen "Hekuba", "Vermummte" und der "Memminger Gespräche" ausgezeichnet.
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